Nach wie vor stoßen Menschen mit Einschränkungen im Berufsleben auf viele Hürden. Dabei bringen gerade diese Menschen einzigartige Perspektiven und vielversprechende Fähigkeiten mit.
Jahr für Jahr schreibt das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit unter dem Motto „Chancen für alle im Arbeitsleben“ den saarländischen Inklusionspreis aus und zeichnet damit Arbeitgeber aus, die mit gutem Beispiel vorangehen und Arbeitsfelder so gestaltet, dass Barrieren abgebaut werden. „Sie tun genau das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte“, sagte Sozialminister Dr. Magnus Jung anlässlich der Preisverleihung in Saarbrücken, bei der neben drei Unternehmen auch die Stadt Lebach vertreten war. In der Kategorie „Öffentlicher Dienst“ wurde die Stadt nach 2018 nämlich bereits zum zweiten Mal mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet.
In den letzten drei Jahren hat sich Detlef Martin, Maler und Lackierer beim städtischen Bauhof, in ganz besonderer Weise um gelebte Inklusion verdient gemacht. Denn als 2022 Yves Latz – seit seiner Geburt gehörlos – eingestellt wurde, ist Detlef Martin ihm völlig vorbehaltslos begegnet. Obwohl Detlef Martin zuvor keinerlei Berührungspunkte mit der Gehörlosenkultur oder Gebärdensprache hatte, begegnete er seinem neuen Kollegen von Beginn an mit Offenheit, Respekt und echtem Interesse. Er hat ein Arbeitsumfeld geschaffen, das von gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung geprägt ist. Somit hat er maßgeblich dazu beigetragen, Barrieren abzubauen und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben zu fördern.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass Detlef Martin gemeinsam mit seinem gehörlosen Kollegen Yves eine ganz eigene, intuitive Form der Verständigung entwickelt hat – eine Mischung aus Gebärde, Gestik und visueller Kommunikation, die sich im Arbeitsalltag der beiden Handwerker bewährt hat.
„Mit seinem Wirken ist Detlef Martin ein würdiger Preisträger des Inklusionspreises. Wir sind stolz, ihn in unseren Reihen zu wissen und freuen uns sehr, dass das Sozialministerium sein Engagement, das er als ganz selbstverständlich ansieht, auch entsprechend gewürdigt hat“, sagt Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill.
Wenn Detlef Martin erzählt, dass er sich keinen besseren Kollegen vorstellen kann und Yves und er mittlerweile viel mehr als Arbeitskollegen, nämlich echte Freunde geworden sind, dann bringt das zum Ausdruck, wie harmonisch die Zusammenarbeit ist und dass sie für beide eine Bereicherung ist. Mit seiner Kreativität, Empathie und seinem Teamgeist lebt Detlef nicht nur Inklusion im direkten Miteinander, sondern fungiert auch als Vorbild für Kolleginnen und Kollegen. Sein Engagement zeigt, wie Inklusion gelingen kann – durch Menschlichkeit, Offenheit und den Willen, gemeinsam Lösungen zu finden. Detlef Martin und Yves Latz sind ein hervorragend arbeitendes Team, bei dem sich jeder auf den anderen verlassen kann. Es ist immer schön zu sehen, mit welch guter Laune und fachmännischer Sorgfalt die beiden zusammenarbeiten.

