Klare Standpunkte zum Stadtgeschehen, ein Rückblick auf prägende Ereignisse und eine Vorschau auf wichtige Projekte im neuen Jahr: Beim Neujahrsempfang der Europastadt Saarlouis setzte OB Marc Speicher deutliche Schwerpunkte auf Wirtschaft und Ehrenamt, auf die Verbundenheit zur Bundeswehr sowie auf Sicherheit, Sauberkeit und kulturelle Höhepunkte – mit dabei: Die erste Ankündigung für einen Top-Act auf der großen SR-Bühne zur diesjährigen Emmes. Ein kurzweiliger Jahresauftakt bei vollem Haus und stimmungsvollen musikalischen Akzenten.
„2025 war das letzte Jahr, in dem ein Auto im Saarland produziert wurde“, sagte Oberbürgermeister Marc Speicher seiner Neujahrsrede. „Eine schwere Zeit und ein Jahr des Wechsels – danke an zehntausende Frauen und Männer, die über die Jahrzehnte ‚auf der Ford geschafft‘ haben.“ Eine besondere Erinnerung bleibt derweil erhalten: „Es war ein Wunsch von uns und ich freue mich, dass es geklappt hat: Der letzte Ford bleibt hier, daheim in Saarlouis und wird Teil einer neuen Ausstellung zur Wirtschaftsgeschichte im Städtischen Museum – als in Stahl gegossener Beweis dafür, was wir in Saarlouis zu leisten in der Lage sind.“ Ein Zeichen auch für das hohe Qualifikationsniveau vor Ort. Um den Standort für die Zukunft zu stärken, werde der Lisdorfer Berg als ökologisches Industriegebiet weiterentwickelt. „Ein bundesweites Modellvorhaben, das uns in den 30er-Jahren wertvolle Wettbewerbsvorteile bringen wird.“ Ein zentraler Baustein für neue Arbeitsplätze sowie auch etwa die Unterstützung von Dillinger beim grünen Stahl auf Saarlouiser Bann oder der Neuansiedlung von Vetter auf dem Röderberg.
Ebenso betonte OB Speicher die Bedeutung von Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit – „ein Bereich, in dem für viele Menschen klar wird: Ist ein Staat in der kleinsten Verästelung in der Lage, dass man Recht durchsetzt?“ Er hob besonders die kurzen Wege zur Vollzugspolizei hervor, kündigte zusätzliche Personalisierung im Bereich von Stadt- und Hilfspolizei an und erklärte einen Rückgang der Vermüllung an Containerstandorten um ganze 20 Prozent durch die zusätzlich eingesetzten Mülldetektive. Aber auch das Ehrenamt spiele in diesem Feld eine wichtige Rolle. Stellvertretend für die Blaulichtfamilie dankte der Verwaltungschef der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis. „Es ist ein großer Vermögenswert für unsere Stadt, dass es Frauen und Männer gibt, die bereit sind, wenn der Pieper geht, nachts, am Wochenende, auch rauszufahren.“ Mehr als 500 haupt- und ehrenamtliche Helfer seien etwa am Tag der Bombenentschärfung im vergangenen September im Einsatz gewesen, für die die Verwaltungsspitze die Gesamtverantwortung trug. „Eine fantastische Leistung“, lobte Speicher die Einsatzkräfte.
Stark vertreten war auch die Bundeswehr beim Neujahrsempfang in Saarlouis, „der einzigen Stadt in Deutschland, in der die Soldatinnen und Soldaten Ehrenbürger sind“, sagte der Oberbürgermeister. „Ein wichtiges Zeichen: Die Soldatinnen und Soldaten riskieren ihr Leben und ihre Gesundheit dafür, dass wir in Freiheit leben können!“
Zahlreiche weitere Themen schnitt der OB in seiner Ansprache an: Die Kultur der Offenheit im Saarlouiser Rathaus, den Wert der Städtepartnerschaften für die Europastadt oder etwa die Austragung der Special Olympics auch in Saarlouis. Er berichtete von erfolgreichen Projekten zur Stärkung der Stadtteile und von der Unterstützung der Karnevalsvereine bei der Absicherung der Faasendumzüge, damit diese auch unter aktuellen Sicherheitsbedingungen realisiert werden können. Nach der Premiere eines langjährigen Filmprojektes über Jürgen Doberstein im Theater am Ring stehen mit der Ursapharm Boxnacht gleich zwei hochkarätige Weltmeisterkämpfe in der Stadtgartenhalle ins Haus. Und darüber hinaus verriet OB Speicher bereits einen ersten Höhepunkt der diesjährigen Emmes: Am Freitag wird mit den Höhnern eine Kultband mit Partygarantie auf der großen SR-Bühne stehen. Auch der Neujahrsempfang selbst setzte musikalische Akzente mit dem Saarknappenchor und dem Brass-Ensemble der Bergkappelle Saar, mit der Marching Band des Fanfarenchors Völklingen und DJane Marsha-Jane Rodriguez.

Foto: Rolf Ruppenthal