Sven Schroll von der S.I.G. Schroll Consult GmbH hat die Ratsmitglieder und interessierte Bürgerinnen und Bürger in der jüngsten öffentlichen Stadtratssitzung über den aktuellen Sachstand zur Sanierung des Hallenbades informiert. So wurden durch den Generalplaner bereits zahlreiche Untersuchungen veranlasst und durchgeführt. Hintergrund ist es, die völlig zerstörte Technik des Bades neu und hochwassersicher aufzubauen.
Erste Überlegungen mit einem geplanten Anbau für die Technik sind aktuell der Möglichkeit gewichen, kompakter zu bleiben und alles in, am und auf dem Hallenbad zu verorten. Statische Voruntersuchungen haben ergeben, dass es möglich sei, die Lüftungsanlage auf dem Flachdach unterzubringen. Auch könnten Teile der Dachfläche mit PV-Modulen versehen werden. Die Nutzung von Wärmepumpen wird ebenfalls ins Auge gefasst. Das Planungsbüro erarbeitet verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen sowie den entsprechenden Kosten. Eine dieser Varianten ist dann vor der Realisierung vom Stadtrat zu beschließen.
Hochwassersichere, bereits vorhandene Flächen stellen die jetzigen Wohneinheiten im Gebäudekomplex dar. Sie könnten zu Technikräumen umfunktioniert werden.
Im Zuge der Sanierung ist es auch angedacht, durch eine Optimierung des Grundrisses weitere Sammelumkleiden einzurichten, um das Kapazitätsproblem in diesem Punkt zu beheben. Auch sollte eine bessere barrierefreie Anbindung und Ausstattung für das Bad sowie eine barrierefreie Toilettenanlage für das Restaurant im Hallenbad konzipiert werden. Perspektiv ist es bei grundlegender Planung sogar möglich, zu einem späteren Zeitpunkt ein Lehrschwimmbecken anzubauen – wenn man es jetzt richtig anpackt und die Technik entsprechend ertüchtigt.
Die bisherigen Untersuchungen haben leider auch große Probleme ans Tageslicht gebracht. So haben Bodenuntersuchungen mit eingebautem Pegel gezeigt, dass das Grundwasser während und nach Regenereignissen sehr stark ansteigt und das anstehende Wasser auf das Gebäude drückt. Außerdem wurden alle Leitungen verfilmt: sie sind zum Teil verstopft und/oder gebrochen, so dass sie erneuert und rückstausicher gemacht werden müssen. Auch thermographische Untersuchungen sowie Untersuchungen an der Fassade haben Probleme ergeben, die man nicht ignorieren könne, so der Generalplaner. Eine Betonanalyse ist bereits beauftragt, die Ergebnisse stehen aber noch aus.
Bis Ende April sollen nun die Kostenplanung und die Vorentwurfsplanung abgeschlossen werden. Fest steht aber jetzt schon: es wird einen planerischen und technischen Mehraufwand geben, weil man gerade mit den Untergrund-Problemen ursprünglich nicht gerechnet hat.
„Die regelmäßig stattfindenden Vor-Ort-Treffen mit der S.I.G., der LEG Kommunal, der Verwaltungsspitze, den Lebacher Stadtwerken als Betreiber des Bades und unserem Schwimmmeister, der das Bad seit über 20 Jahren in- und auswendig kennt, sind sehr konstruktiv und haben gezeigt, dass wir das Ganze vernünftig angehen müssen, um unser Hallenbad zukunftssicher zu machen und Spätfolgen zu vermeiden,“ erklärt Bürgermeister Klauspeter Brill. Es ist natürlich immer schwierig für die Bevölkerung, die von all diesen Schritten nichts sieht. Ein derart komplexes Sanierungsprojekt erfordert eine sorgfältige und strategische Planung, insbesondere auch mit Hinblick auf die Fördermittel und die damit verbundenen vergaberechtlichen Vorgaben. „Hierzu stehen wir in jeder Projektphase in enger Abstimmung mit dem Ministerium als Fördergeldgeber. In jedem Fall können Sie sicher sein, dass wir versuchen, die Planungen schnellstmöglich abzuschließen, um die anstehende Sanierung unseres Hallenbades in Angriff nehmen zu können“, sagt der Rathauschef abschließend.
