Ausstellung in der Freien Kunstschule Saarlouis verbindet Kreativität, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Fragen
Saarlouis, 18. Oktober 2026. Ungewöhnliche Bildwelten, überraschende Materialkombinationen und ein kritischer Blick auf die Welt: Mit der Ausstellung „Mario Andruet und Fromstuff2art“ lädt die Galerie der Freien Kunstschule Saarlouis dazu ein, Kunst aus neuen Perspektiven zu entdecken. Bei der Vernissage begrüßte die Kunstschule zahlreiche Gäste sowie Bürgermeister Carsten Quirin, der die Schirmherrschaft übernommen hatte.
Quirin betonte die Bedeutung der kulturellen und sozialen Arbeit der Kunstschule, die von der Europastadt Saarlouis gerne unterstützt werde. Kultur werde von der Gesellschaft getragen, das heutige Saarlouis wesentlich von europäischen Werten geprägt.
Vertrautes neu entdecken
Warum Mario Andruet in die Freie Kunstschule Saarlouis passt, zeigt sich beim Blick auf seine Werke: Sie verbinden Vertrautes mit Unerwartetem. Was zunächst spielerisch oder humorvoll wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen oft als Kommentar zu ernsten Fragen unserer Zeit. Andruets Arbeiten reichen vom Fotorealismus über reliefartige Werke bis hin zu raumgreifende Skulpturen. Der Titel „Fromstuff2art“ – vom Material zur Kunst – beschreibt diesen Ansatz treffend.
Ein zentrales Thema ist die Nachhaltigkeit: Wie gehen wir mit unserer Umwelt um? Welche Verantwortung übernehmen wir? Mit Ironie, Zuspitzung und Provokation regt Andruet dazu an, Gewohntes zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu entwickeln.
Diese Verbindung von Kreativität und gesellschaftlicher Verantwortung entspricht auch dem Selbstverständnis der Kunstschule. Sie möchte nicht nur einen Raum für künstlerisches Gestalten bieten, sondern Menschen dazu ermutigen, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Dr. Claudia Wiotte-Franz, Leiterin der Ludwig Galerie Saarlouis, erinnerte daran, dass die Galerie der Freien Kunstschule vor fünf Jahren, nachdem eine Zukunftswerkstatt des Saarlouiser Familienbündnisses Ideen dazu entwickelt hatte, als zusätzlicher experimenteller Ausstellungsraum gegründet wurde. Die aktuelle Ausstellung entstand in Kooperation mit der Ludwig Galerie Saarlouis, dem Kunst Forum Saarlouis e. V. und der Künstlergruppe Untere Saar e. V.
Kunst als gemeinschaftlicher Prozess
Bei einem Rundgang erläuterte Dr. Eva Kell, die sich seit vielen Jahren mit Andruets Werk beschäftigt, die inhaltlichen Verbindungen der Ausstellung. Besonders reizvoll sei das Zusammenspiel seiner eigenen Arbeiten mit den Ergebnissen der „Fromstuff2art“- Workshops.
Seit Jahren vermittelt Andruet seine Erfahrungen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Ideen, experimentieren mit Materialien und Techniken und inspirieren sich gegenseitig. Dabei wird deutlich: Kunst ist nicht nur etwas für Menschen, die sich bereits als Künstlerinnen oder Künstler verstehen. Kreativität entsteht auch dort, wo Menschen neugierig sind, Neues ausprobieren und gemeinsam eigene Ausdrucksformen entdecken.
Für Philipp Huch-Hallwachs, Vorsitzender der Freien Kunstschule Saarlouis, bringt die Ausstellung den Anspruch der Einrichtung auf den Punkt: „Diese Ausstellung ist mehr als eine Präsentation gelungener Kunstwerke. Sie zeigt, wie Kunst Menschen zusammenbringen, neue Perspektiven eröffnen und gesellschaftliche Themen auf eine ganz eigene Weise erfahrbar machen kann. Genau dafür möchten wir als Freie Kunstschule Saarlouis stehen.“
So verbindet die Ausstellung künstlerische Auseinandersetzung mit kultureller Bildung und gemeinschaftlichem Erleben – und lädt dazu ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Freie Kunstschule Saarlouis e.V., Picarder Weg, 66740 Saarlouis, Laufzeit der Ausstellung: 18. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027
Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch: 16:30 Uhr bis 18 Uhr; Samstag: 14 Uhr bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
E-Mail: info@kunstschule-sls.de, www.kunstschule-sls.de

