Bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates Ende Juni standen gleich mehrere Themen auf der Tagesordnung, die für die Zukunft der Stadt Lebach richtungsweisend sind.
So wurde unter anderem eine valide Kostenschätzung für das „Sanierungsprojekt Hallenbad“ vorgestellt. Der jüngste Sachstandsbericht der Generalplaner (SIG Schroll Consult GmbH aus Saarbrücken) war allerdings ernüchternd: 13,9 Millionen Euro werden veranschlagt, um das Hallenbad zumindest in einem hochwassergeschützten und funktionsfähigen Zustand wieder in Betrieb nehmen zu können. Weitergehende Maßnahmen wie beispielsweise zur Barrierefreiheit, energetische Verbesserungen und Optimierungen der betrieblichen Abläufe sollen abhängig von den tatsächlichen Finanzierungsmöglichkeiten und verfügbaren Zuschüssen umgesetzt werden. „Die Zahlen, die nun vorgestellt wurden, stellen eine Belastung dar, die wir nicht stemmen können. Deshalb müssen wir versuchen, zusätzliche Fördermittel zu generieren“, erklärte Bürgermeister Klauspeter Brill in der öffentlichen Sitzung. „Zum jetzigen Zeitpunkt können zusätzlich zu den bereits zugesagten bzw. in Aussicht gestellten Zuschüssen von rund 6,1 Millionen weder die konkrete Höhe noch die endgültige Bewilligung möglicher weiterer Zuschüsse verbindlich benannt werden, sodass derzeit ein städtischer Eigenanteil von rund 8,9 Millionen Euro im Raum steht.“ Zusätzliche Zuschüsse könnten aus dem LuKIFG-Teilbudget, welches speziell für Schwimmbadsanierungen vorgesehen ist, generiert werden. Die Verwaltung hat diesbezüglich bereits eine Anmeldung der Maßnahme beim Saarländischen Städte- und Gemeindetag veranlasst. Eine Entscheidung über förderfähige Maßnahmen sowie Verteilungsgrundlagen soll Anfang Juli 2026 erfolgen, so dass in der nächsten Stadtratssitzung Ende August Klarheit über weitere Förderungen herrschen sollte.“
Aus diesem Grund wurde die Entscheidung über die weitere Vorgehensweise auch in die nächste Sitzungsperiode vertagt.
Außerdem wurde vom Baufortschritt an der neuen Kindertagesstätte in Gresaubach berichtet. Die Stadt baut dort eine eigene, fünfgruppige Kita, die bis nach den Sommerferien 2027 bezugsfertig sein soll. „Wir haben zwar bereits eine kleine Verzögerung zu verzeichnen, sind aber dennoch guter Dinge, dass wir das wieder aufholen können“, erklärte Helmut Wedig vom Architekturbüro Kühn aus Eppelborn, das mit der Planung und Ausführung beauftragt ist. Die Erdarbeiten seien bereits ausgeführt und die Bodenplatte eingeschalt, in Kürze werde diese betoniert. Außerdem laufen derzeit die Ausschreibungen für die Gewerke Gerüstbau, Dach und Fassade sowie die Fenster. Hier sollen nach Möglichkeiten Firmen aus der Region beauftragt werden, um den Mittelstand vor Ort zu stärken. Der Neubau der Kita wird rund 6,6 Millionen Euro kosten – „eine zwingend notwendige Investition in die Zukunft unserer Stadt und die Zukunft unserer Familien und Kinder, die allerdings ebenfalls nur mit Hilfe von Fördergeldern zu stemmen ist“, betont Brill.
Für eine zukunftsfähige Lösung für die Beschulung und Betreuung der Kinder im Schulbezirk „Aschbach, Dörsdorf, Gresaubach, Steinbach, Thalexweiler“ hat der Stadtrat in seiner Juni-Sitzung einen Grundsatzbeschluss gefasst. In der vorangegangenen Sitzungsperiode wurde ausgiebig über verschiedene Varianten (Erweiterung und Sanierung des Bestandes, Umzug der FGTS von Thalexweiler nach Steinbach mit gleichzeitigem Umzug der Kita Steinbach nach Thalexweiler oder ein kompletter Neubau an einem noch nicht definierten Ort) diskutiert. Nun haben sich die Ratsmitglieder in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit (26:5) dafür entschieden, den Weg „Neubau einer Grundschule mit angegliederter FGTS und einer Schulturnhalle“ im Bereich der Stadtteile Steinbach/ Thalexweiler weiter zu verfolgen.
„Realisierbar ist diese Variante allerdings nur, wenn in einem angemessenen Zeitraum geeignete Grundstücksflächen zur Verfügung stehen. Sollte dies nicht der Falls sein, muss eine andere Lösung her, über die der Rat dann noch einmal neu entscheiden müsste“, erklärt der Verwaltungschef. „So oder so werden für diese Maßnahme nach aktuellen Schätzungen etwa 18 bis 20 Millionen Euro veranschlagt. Wir müssen – ganz grob geschätzt – zwischen 10 und 12 Millionen Euro an Eigenmitteln aufwenden, um am Schulstandort Steinbach/Thalexweiler für die Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte gerüstet zu sein.“
„In Summe reden wir also alleine für die drei vorgenannten Projekte in den nächsten Jahren von Investitionen in Höhe von etwa 40 Millionen Euro“, so Brill abschließend.
